Entwicklung des Vereins Freundschaft mit China, Bern

(Ursprünglicher Name: Schweizerische Vereinigung für die Freundschaft mit China)


Reisen nach China hat es schon 1972 gegeben. Sie bildeten den Anstoss für das aufkeimende Interesse für das ferne China. 1973 ist daraus eine beachtenswerte Bewegung entstanden. Daraufhin folgte die Gründung verschiedener Vereine. Allerdings war die Bewegung „Connaissance de la Chine“ schon während der Kulturrevolution in La-Chaux-de-Fonds entstanden.

Am 19. 2. 1983 wurden in Bern durch die Delegierten der Vereine die neuen Statuten der „Schweiz. Vereinigung“ in Kraft gesetzt. Sie geben einen guten Einblick in die damaligen Aktivitäten. Sektionen des schweizerischen Vereins waren meines Wissens die Vereine in Bern, Zürich, Winterthur, Basel, Luzern, Biel, Genf, Lausanne und Tessin. National waren bis zu 720 Mitglieder eingeschrieben.

Durch die Vereinigung wurden zahlreiche Reisen organisiert. Delegationen und Persönlichkeiten aus beiden Ländern bereisten China und die Schweiz: Politiker, Regierungsbeamte, Professoren sowie Kulturschaffende wie z.B. Polo Hofer, Dimitri, Franz Hohler und Kaspar Fischer.
    
Unser Reisebüro „Panda“ in Bern (später in Luzern) leistete dabei hervorragende Dienste: 20 bis 25 Reisen Pro Jahr waren keine Seltenheit.

Ein weiterer Dienst der Vereinigung war die Vermittlung von Abonnementen auf chinesische Zeitungen und Zeitschriften. Unsere Chinaläden in Zürich, Bern und Genf verkauften schon ab 1972/73 Bücher und allerhand chinesische Erzeugnisse. Der Kulturaustausch wurde gefördert durch die Durchführung von Veranstaltungen wie Auftritte chinesischer Tanzgruppen und Orchester in der Schweiz.

Im Zuge des Kulturaustausches Zwischen den Schwesterstädten Zürich und Kunming, entstand dank entscheidender Mitwirkung unseres Vereins der Bambusturm in Zürich und, heute noch offen, der Chinesische Garten. In Kunming fand 1987 eine viel beachtete Ausstellung über die Stadt Zürich statt, an der ich während meiner Chinaferien fast „zuhause“ war. Auch in Kunming arbeiteten jahrelang Spezialisten der Stadt Zürich an der Verbesserung der Wasserversorgung der Stadt und ihrer Umgebung.
    
Sie sehen also, dass durch den Einsatz engagierter Mitglieder des „Chinavereins“ und weiterer Kreise viel Positives in den Beziehungen unserer beiden Länder entstehen durfte. Der Austausch Schweiz/China und umgekehrt wurde dann immer mehr zum Normalfall. Die grossen Reisebüros haben dann das von unserem Verein in viel Kleinarbeit aufgebaute Reiseangebot weitergeführt. Das Reisebüro „Panda“ wurde 1989 aufgelöst.

Unsere Vereinigung hatte wichtige Kleinarbeit geleistet. Die Nachfolge fand nicht minder aktiv auf privater Ebene statt. Die „Schweiz. Vereinigung“ wurde, nachdem fast alle Lokalvereine nach und nach ihre Aktivitäten beendet hatten, ebenfalls aufgelöst.

Nur ein Verein ist übrig geblieben, und das sind wir!
– Still going strong …


(Rückblick von Otto Michel, Bolligen, 22.02.2003)